Zermatt – der autofreie Sommer Geheimtipp

Ökologischer Ferien machen

Obwohl ich Zürich liebe und diese Stadt gerade im Sommer einfach traumhaft finde, tut es manchmal gut, einfach mal wegzufahren. Wir wissen alle, dass Flüge in ferne Länder nicht unbedingt die ökologischste Ferienwahl sind. Genau deswegen versuche ich einen grossen Teil meiner Escapes in der Schweiz zu unternehmen. Die öffentlichen Verkehrsmittel hier sind top und bringen dich beinahe in jeden Winkel unseres schönen Landes. Ein Winkel, bei dem es so viel zu entdecken gibt, dass ich erneut dahin fahren werde ist Zermatt. Ein fantastischer Flecken Erde, der auch mit beschränkterem Budget mehr als Erholung bietet!

It’s Zermatt Baby.

Ab Zürich Hauptbahnhof nach Zermatt, musst du genau 1x in Visp umsteigen und erreichst innerhalb von rund 3h einen meiner neuen Lieblingsorte in der Schweiz. Ich war zuvor noch nie in Zermatt und starre fassungslos auf all die kleinen, elektro-betriebenen Fahrzeuge. Stimmt! Autos sind in Zermatt verboten. Ich bin hin und weg. Sorry, aber das ist DER Beweis, dass es geht. Mensch muss. Mensch kann. Diese Stille! Diese Luft! Sorry, aber WIESO? WIESO? tun wir uns das auf der ganzen Welt immer noch an. Ja, auf jeden Fall: da ist auch das Matterhorn. Majestätisch thront es über diesem Bergdorf, das mit ganz viel Holz und noch viel mehr Charme erhalten wird. Ich habe Lust auf Toblerone. Trotz der sommerlichen Hitze, die auch vor Zermatt keinen Halt macht.

Tag 1 & 2
Nach einer kurzen Wanderung durchs Dorf (zum Glück haben wir nur leichtes Gepäck dabei) und nach einem Picknick am Bach, der mitten durch Zermatt hindurch fliesst, checken wir im Hotel Phoenix ein. Bald stellt sich heraus, dass das eine sehr gute Wahl war – das Preis-Leistungsverhältnis stimmt perfekt und das Frühstück am nächsten Morgen ist mehr als korrekt. Mit reichlich Kalorien bestückt machen wir uns auf, zu unserer ersten Expedition. Der Klassiker: Wanderng auf das Gornergrat mit Aussicht auf das Matterhorn. Diese Erfahrung bleibt auch dem Unsportlichsten nicht verwehrt; die 3089 m über Meer können ganz gemütlich im Zug erklommen werden. Eher ungemütlich ist dafür der hohe Preis (einfache Fahrt ohne Halbtax = 47.-). Sport-süchtig und Budget-bewusst wie wir sind, entscheiden wir uns für einen Mittelweg. Wir fahren mit der Matterhorn-Bahn bis zum Riffelberg und erklimmen das Gornergrat ab da zu Fuss. Ich dachte immer, dass man sich um den Ausblick auf das Matterhorn beinahe streiten muss. Aber hey, das ist ein Berg und du kannst dich stundenlang daran sattsehen. Der Toblerone-Berg ist so ziemlich nonstop aus den verschiedensten Winkeln sichtbar und nach dem zigsten Bild konzentrieren wir uns aufs Wandern. Highlight unterwegs: der Riffelsee. Crazy schön: Matterhorn in echt und Matterhorn im Wasser gespiegelt. Da können auch die diversen Asiaten nichts an meiner Ergriffenheit ändern. Sowieso, ich hatte mir den Berg viel überlaufener und touristischer vorgestellt, aber, die Touristen bewegen sich meist in grossen Gruppen und sobald diese weitergezogen sind, kehrt wieder Ruhe ein. Ich schlürfe die Bergluft regelrecht in mich rein und spüre wie mein Kopf und Körper, in Kombination mit dem sportlichen Aufstieg und der atemberaubenden Aussicht bereits am Detoxen sind. Zermatt = beste Idee ever. Lunch im Gornergrat-Restaurant und danach der Abstieg in Richtung Sunnegga, über Grünsee, bis nach Zermatt. Wir spüren unsere Beine! Aber unsere Gesichter strahlen. Braungebrannt geniessen wir unseren wohlverdienten Znacht.

Tag 3 
Bei unserem Abstieg vom Gornergrat hatten wir anhand unserer Entdeckungen bereits Pläne für Tag 3 geschmiedet: Fahrt mit der Bergbahn (nur 15.- ohne Halbtax) in 4min direkt nach Sunnegga, auf 2288m. Unser Ziel? Der Leisee. Baden im Bergsee ist immer gut. Danach Picknick à la super-kitschig und schweizerisch: Brot mit Toblerone und Blick aufs Matterhorn. Was will man mehr? Eigentlich nichts, ausser vielleicht einem kühlen Mineral oder ein Bier bei “Chez Vrony“? Gewünscht, getan. Dieses Bergrestaurant ist unser absoluter Geheimtipp! Es fühlt sich ein bisschen an wie Bali oder Ibiza – Strandfeeling an, einfach mit Blick aufs Matterhorn. Exquisite Karte, Liegestühle und Sofas, Chill-Out Musik, Top-Design = Frieden pur. Wir können uns kaum zum Weitergehen aufraffen, aber der Abstieg nach Zermatt ruft (circa 1,5 h). Auf malerischen Wegen, durch Wiesen mit zirpenden Grillen, durch Bergduft und würzige-riechende Wälder, schlängeln wir uns langsam Zermatt entgegen. Können wir bitte einfach hier bleiben?

Tag 4 
Spontan entschliessen wir uns dafür, noch eine weitere Nacht in Zermatt zu verbringen. Wir können uns einfach nicht von diesem zauberhaften Ort trennen. Über AirBnB machen wir eine tolle Entdeckung: Das Edelweiss Zermatt – Bergrestaurant und Pension. Speziell: Die Berghütte ist nur zu Fuss zu erreichen. Wir haben Glück, ein Doppelzimmer ist noch frei. Nach einer weiteren sportlichen Wanderung (das scheint in Zermatt an der Tagesordnung zu sein) kommen wir verschwitzt bei den warmherzigen Gastgebern Rico und Pipa an. Wer hier Luxus erwartet ist falsch, dafür bekommst du eine wunderbar nostalgische, leicht in die Jahre gekommene Unterkunft, die dich sicher durch die Nacht begleitet. Die Pension thront auf einem grossen Felsen, halb unheimlich, halb aufregend. Vollmond sei Dank schlafen wir diese Nacht nicht allzu viel und machen uns bereits frühmorgens wieder an den Abstieg. Im noch schläfrigen Zermatt kaufen wir uns ein herzhaftes Frühstück und geniessen dieses bei wunderschöner Bergkulisse. Der Zug nach Hause wartet schon, so schnell wie wir in dieser wunderbaren Bergwelt waren, so schnell sind wir wieder zurück in der Realität. Dafür haben wir wunderbare Momente im Herzen und ganz viel Bergsauerstoff und Power im Blut. We will be back.

Quick Tips

Ausrüstung: eine gute Ausrüstung ist gerade für Wanderungen in den Bergen sehr wichtig. Absolut grundlegend sind gute Wanderschuhe. Als Teil dieses Ausflugs habe ich die Grit Kollektion von Craft getestet. Sie ist zwar auf Trailrunning ausgelegt, taugt aber genauso gut zum Wandern. Besonders angetan hat es mir das Breakaway Comfort Shirt, es ist super angenehm, trocknet extrem schnell, wenn verschwitzt, hat eine tolle Passform und fängt sehr lange nicht an zu stinken. Auch die Grit Taped Jacke hat sich perfekt bewährt. Sie ist wahnsinnig leicht, nimmt kaum Platz ein im Rucksack und ist sowohl verlässlicher Regenschutz als auch guter Windschutz. Zudem bin ich mit der leuchtend-orangen Farbe sehr gut zu erkennen, was meinen Freund massgeblich beruhigt hat. Die Grit Capri Tights waren vor allem am Morgen, oder in der kühlen Bergluft sehr angenehm.

Geheimtipp: mitten in der Bahnhofstrasse, auf der rechten Seite (mit Blick Richtung Matterhorn) findet sich die Crèperie “Chez Stephany”. Ihre Crèpes und selber gemachten Eissorten sind ein Traum (wir waren täglich mind. 1x da). Zudem wird man im schönsten Walliserdeutsch bedient. Yummy hoch 10!

Fragen? Einfach schreiben!

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