Was wäre, wenn mein gesunder Lifestyle mit Barem belohnt würde?

Man nennt mich auch Gesundheitsapostel

Ich lege grossen Wert auf einen gesunden, ausgeglichenen Lebensstil. Ich rauche nicht, trinke kaum Alkohol (wenn dann nur Rotwein in minimalen Mengen), schlafe genug, mache viel Sport. Ich achte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und kaufe nur biologische Lebensmittel. Gesundheitsapostel nennen mich manche. Ich nenne mich glücklich. Weil, mein Lifestyle tut mir einfach nur gut. Trotzdem gebe ich sehr viel Geld für meine Krankenkasse aus und habe mich schon ein paar Mal darüber echauffiert, dass es eigentlich nur fair wäre, meinen gesunden Lebenswandel zu belohnen. Oder vielleicht nicht nur fair, sondern höchst interessant!

Was würde passieren, wenn Bemühungen für einen gesunden Lifestyle ab sofort belohnt werden würden? Vielleicht würden sich dann auch einige Menschen zu ein bisschen mehr sportlicher Tätigkeit motivieren können? Vielleicht würden wir dann insgesamt gesünder leben? Belohnungssysteme funktionieren ja bekanntlich ganz gut, mit uns Menschen..

Helsana hats erfunden

Wahrscheinlich hatten bei Helsana ein paar kreative Köpfe genau den gleichen Gedanken und dank ihnen existiert nun also tatsächlich eine erste App auf dem Schweizer Markt, die genau das macht: einen gesunden Lebenswandel belohnen. Ich weiss, ich weiss: da schreien Datenschützer wohl direkt auf, und ja, auch mein innerer Dataguard hat kurz aufgemuckt. Aber ich bin zum Schluss gekommen, dass ich es irgendwie okay finde: meine sportlichen Errungenschaften und gesunden Aktivitäten teile ich gerne mit jedem, den es interessiert. Konsequenterweise bin ich deswegen natürlich sofort gerne bereit, die App zu testen. Das geht übrigens, bis zu einem gewissen Grad auch, obwohl ich (noch) nicht Helsana Kundin bin.

Meine 2 Testwochen

Prompt lade ich mir die App auf mein Iphone und nehme mir vor, für die nächsten 2 Wochen wie wild Punkte zu sammeln. Am verlockendsten finde ich die Bargeld-Belohnungen und wähle für mich sogleich den höchsten Betrag, der erreicht werden kann: CHF 200.- (16’000 Punkte). Dafür muss ich zwar ziiiiiemlich viele Punkte sammeln, aber hey, ich war schon immer auf der ehrgeizigen Seite und da ich sowieso überdurchschnittlich viel Sport mache, sollte das für mich ja absolut machbar sein. Die grösste Hoffnung setze ich auf jeden Fall in die Rubrik “Sport individuell”, bei der ich jeweils meine sportlichen Aktivitäten fotografisch festhalten und damit täglich max. 100 Punkte sammeln kann. Das Ganze ist aufs Jahr aber begrenzt und so kann ich diese Rubrik maximal 120 mal anwenden, also bis zu 12’000 Punkte damit erreichen. Das reicht aber noch nicht für meine Belohnung, deswegen gebe ich noch meine myClubs-Mitgliedschaft an, mit der ich weitere 2000 Punkte sammeln kann. Helsana belohnt zudem auch Gesundheitsvorsorge, weswegen ich zum Beispiel meinen Meditationskurs angebe und damit weitere 1500 Punkte einsacke. Zu guter Letzt verknüpfe ich die Health App meines Iphone mit der Helsana App (obwohl ich sie nicht aktiv benutze,  werden meine Schritte aber trotzdem aufgezeichnet) und erhalte so zusätzliche Punkte.

Du siehst in welche Richtung das geht: immer, wenn ich mir etwas Gutes tue im Bereich Sport oder Gesundheit wird das von Helsana belohnt. Ab einem gewissen Bonus-Level, erhalte ich auch verschiedene Angebote für Partner von der Helsana. Besonders cool finde ich die 10% Rabatt bei yardo.bio, einem online bio Store. I like!

Aber wie ist es mir tatsächlich ergangen? 

Zugegeben, die Testlaufzeit war mit den 2 Wochen eher begrenzt und dementsprechend hatte ich auch wenig Zeit, mich an den Gebrauch der App zu gewöhnen. Am schwierigsten war aber nicht die Bedienung der App, oder irgendwelche Entscheidungen und schon gar nicht meine sportliche Aktivität. Viel mehr fiel es mir total schwer, mich jeweils vor, während oder nach dem Training daran zu erinnern, dass ich ein Foto meiner sportlichen Aktivität machen muss, um sie so auf der App vorweisen zu können, um meinen Bonus von 100 Punkten zu erhalten. Ich denke aber, dass das schlussendlich reine Gewohnheitssache ist und irgendwann einfach zum Workout dazu gehört.

Ganz grundsätzlich bin ich also auch nach der Testphase von der Idee einer App, die meine Bemühungen für einen gesunden Lifestyle belohnt, sehr angetan. Die App ist anwenderfreundlich und ziemlich klar im Aufbau. Natürlich profitieren (langjährige) Helsana Kunden am meisten von der App, aber, falls (wie in meinem Fall) bereits Punkte in der Demoversion gesammelt wurden, können diese bei einer Anmeldung bei Helsana direkt übernommen werden.

Also: Sport mache ich sowieso, wenn ich dann noch dafür belohnt werde, dann finde ich das eine sehr interessante Möglichkeit. Alles in allem, denke ich, dass der Radius der App durchaus noch ausgebaut werden könnte, zum Beispiel mit Hinsicht auf Ernährung oder Erholung, etc. Aber für jetzt – nice move dear Helsana!

Du verstehst nur Bahnhof?

Nachfolgend die wichtigsten Eckdaten zur App, die Demoversion kannst auch du sofort downloaden und testen. Klick hier für Android und hier für iOS. Und hier kommst du direkt zur Landing Page der Helsana-App. Probieren geht über studieren!

Wie kann ich Pluspunkte sammeln?

  • Bewegung und Sport – und zwar mittels Schrittzähler, verbrannte Kalorien, Pulsmessung oder es kann ein Foto eingereicht werden, welches die Person bei einer sportlichen Aktivität zeigt.
  • Mitgliedschaften bei Fitnessstudios, Sport- und anderen Vereinen wie beispielsweise Bildung, Kinder & Jugend, Tiere, Kunst, Musik und vielen mehr
  • Gesundheitsvorsorge wie z.B. Entspannungs-, Ernährungskurse sowie Untersuchungen zur Früherkennung
  • Verbundenheit mit Helsana über einen Mehrjahresvertrag, langjährige Treue, Weiterempfehlung, Anmeldung bei myHelsana

Wovon kann ich mit durch die gesammelten Pluspunkte profitieren?

  • Die Pluspunkte können im ersten Release der App als Geld- (und in Zukunft gegebenenfalls auch mit weiteren Optionen) bezogen werden
  • Zugang zu Vorteilsangeboten und Rabatten bei teilnehmenden Partnern des Helsana+ Bonusprogramms
  • in Zukunft: können Pluspunkte auch in eine Spende umgewandelt werden

Wie kann ich einen Nachweis einreichen, um Pluspunkte zu sammeln?

Wer joggen, wandern oder biken war, lädt einfach ein Foto der der sportlichen Aktivität in der App hoch oder verbindet sein Fitnesstracker mit der App. Auf diese Weise sammeln sich die Pluspunkte fast von allein. Die Nachweise werden je nach Aktivität über einen Foto-Upload, eine Gesundheits-App, QR-Codes und Beacons erbracht und in die App eingepflegt.

Wie funktioniert das Bonuslevel-System?

Das Bonusprogramm startet bei Level 1. Sobald eine gewisse Anzahl Pluspunkte gesammelt wurde, wird automatisch das nächsthöhere Bonuslevel freigeschaltet. Es gibt insgesamt fünf Bonuslevel. Je höher der Bonuslevel, desto grösser sind die Vorteilsangebote und Rabatte bei den Partnern. Am Ende jedes Kalenderjahres hat man 12 Monate Zeit, das Bonuslevel zu halten oder zu verbessern.

Sämtliche gesammelten Daten werden vertraulich behandelt, nicht an Dritte weitergegeben und nur im Zusammenhang mit Helsana+ verwendet.

Wie zu Beginn des Textes erwähnt, habe ich dieses App-Testing auf Anfrage von Helsana durchgeführt.

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Comments

  • Anne-Sophie

    01/11/2017 at 14:12
    Reply

    Je länger ich darüber nachdenke, desto problematischer finde ich dieses […] Read MoreJe länger ich darüber nachdenke, desto problematischer finde ich dieses Belohnungssystem. Solange es auf Freiwilligkeit beruht, finde ich das noch akzeptabel. Doch die "Bevormundung" was denn ein gesunder Lebensstil ist, finde ich zu krass. Natürlich hat es einerseits Vorteile zu "gesunden" Verhaltensweisen ermuntert zu werden. Doch wie sieht es mit dem Mass halten aus? Wieviel Selbstzensur unterlegt man sich damit? Was heisst denn "gesund"? Ich denke die Debatte darüber, welche Gesundheitsversorgung wir uns als Gesellschaft leisten wollen, welche Behandlungen man z.B. nicht von der Allgemeinheit bezahlt bekommen sollte weil man einen selbstgewählt "ungesundem" Lebensstil führte, wichtiger als ein Belohnungssystem dieser Art. Aber hey, ich bin auch ein Sportmuffel. Könnte mir sogar vorstellen mich täglich ins Tenue zu schmeissen, ein Foto zu klicken und Punkte zu sammeln ohne den sportlichen Teil zu liefern. Da sehe ich noch viel Verbesserungspotential. Read Less

    • Anina Mutter
      to Anne-Sophie

      06/11/2017 at 9:53
      Reply

      Du hast natürlich absolut recht. Hinter so einer "simplen" Anwendung […] Read MoreDu hast natürlich absolut recht. Hinter so einer "simplen" Anwendung wie dieser App, die ja vor allem die sportlichen Aktivitäten misst, tut sich ein riesiges Feld auf, bei dem überhaupt nicht klar ist, ob es in eine gute oder in eine schlechte Richtung geht. In diesem Falle hier, beruht es, wie du auch erwähnst auf Freiwilligkeit und belohnt zusätzlichen Effort, bestraft aber diese Leute nicht, welche das Tool nicht verwenden möchten bzw. keinen Sport treiben. Zudem ist die App begrenzt - sprich - ich könnte zum Beispiel sowieso nicht angeben, dass ich 3mal am Tag Sport mache und dies auch nicht über 365 Tage. Hier wird also bereits eine Art "Mass" vorgegeben. Natürlich ist auch deine Frage nach dem "gesund" mehr als berechtigt und ich stelle mir diese selber auch immer wieder. Die Lösung, die ich für mich gefunden habe liegt in der Ausgewogenheit und in einer anti-extremistischen Lebensweise. Zu viel von was auch immer ist nie gut. Vielleicht ist diese App ja ein Beginn/ein weiterer Schritt genau dieser Debatte zur Frage darüber, welche Gesundheitsvorsorge wir uns als Gesellschaft leisten wollen bzw. wie diese sich in Zukunft entwickeln sollte. Read Less

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