Real-Talk: Dunklere Schattierungen vom Grau

Leben ist Mäandern – zumindest bei mir

Mäander. Ich liebe dieses Wort – ich weiss noch heute, wie ich es für die Geographie-Prüfung lernen musste. Der Fluss der seinen Weg mäandert. Ich bin auch ein Mäander. Und, das sind keine Neuigkeiten: ich mag Grauschattierungen. Versteh mich nicht falsch: ich liebe auch die Klarheit von Schwarz und Weiss. Das Strahlende, das Pure. Aber wenn sich das Leben dann wie mit einem Pinsel auf einer Farbpalette ein bisschen vermischt. Wenn sich Weiss und Schwarz vereinen und ich in die Grauzonen abtauche, dann wird es spannend, weil farbig – farbig im Graubereich. Und das ist doch Magie, wenn aus Schwarz und Weiss Farbe entsteht, oder nicht?

Wie schon zu Beginn des Jahres erwähnt, habe ich einiges an Gedanken im Kopf. Also nicht, dass ich jemals gedankenlos rumrennen würde. Reflektieren und hinterfragen gehören zu mir, wie zu anderen – was gehört eigentlich zu anderen? Ich wollte “Konsum” sagen, aber ich weiss weder ob das wirklich stimmt, noch ob es fair wäre, dies zu behaupten. Zudem konsumiere ich ja auch. Und FYI: ich rede hier nicht von Drogen, sondern von allem anderen (wobei der Übergang da wohl schleichend ist, wann etwas für jemanden einen Droge wird, siehe z.B. Workaholics). Ich schweife ab.

Ich bin auch Ebbe & Flut

Worauf ich eigentlich hinaus möchte ist, dass sich diese Mäander manchmal auch in dunkleren Grauzonen verfangen können. Immer wieder passiert es mir, dass ich wie ein fröhliches Pony, im vollen Galopp, auf der ach so grünen und gefühlt unendlichen Sommerwiese, plötzlich in ein dunkleres Tal hüpfe. Sei das dank meines weiblichen Zyklus, der mich immer mal wieder sanft daran erinnert, dass es wohl ohne Trauer keine echte Wahrnehmung von Glück geben würde, oder weil dunklere Schattierungen ganz einfach auf jeden Weg gehören?

Übrigens: ich bin auch Ebbe und Flut. Denn, währenddem ich mich mäandernd fortbewege, neugierig auf, wissensbegierig und immer lernbereit für Neues, bewegt sich mein Inneres (platt formuliert meine Hormone), losgelöst von den Mäandern, im Rhythmus mit dem Mond, in wunderschöner Gezeiten-Manier. Was gibt es Schöneres, als sich synchronisiert mit dem Mond, der eigenen weiblichen Existenz bewusst zu sein, immer wieder neu? Was gibt es anstrengenderes als diese weiblichen Wellen auszuhalten, die mir so manchen Strich durch einen wunderbar klaren, weissen, Plan gemacht haben. Ja, ich will Frau sein. Und, stell dir die unfassbaren Farben vor, die entstehen, wenn die Gezeiten & die Mäander zusammen malen.

 Ja, ich will Frau sein. Und, stell dir die unfassbaren Farben vor, die entstehen, wenn die Gezeiten & die Mäander zusammen malen. 

Mut zu dunklen Schattierungen

Es wird in unseren Breitengraden (naja, wohl eher überall) meist als Schwäche verschrien, wenn Ponies in dunkle Täler hüpfen. Wie lange darf man durch die Schatten wandern? Wie lange darf ein mäandernder Fluss unterirdisch fliessen? Gesellschaftlich akzeptiert: so kurz wie möglich, am besten gar nicht. Oder zumindest so, dass es niemand realisiert, dass der Fluss eigentlich gerade durch dunkle Höhlen streift. Und ja, ich habe selber immer wieder Mühe mit den dunkleren Schattierungen, ich die als überglückliches Pony bekannt bin und trotzdem passiert es mir immer mal wieder, dass ich in ein paar dunklere Zonen verschwinde. Aber anstatt mich davon stressen zu lassen, schnalle ich mir eine Stirnlampe um – mit dem Ziel, meine verborgenen Schätze zu entdecken. Jedes Mal ein bisschen mutiger. Denn ich weiss: jeder Fluss, endet irgendwann im Meer, unter freiem Himmel und vereint sich mit den Gezeiten. Dann müsste das Vertrauen in diese garantierte Vereinigung eigentlich der Schlüssel zum Glück sein. Go with the flow, Pony!

 Denn ich weiss: jeder Fluss, endet irgendwann im Meer, unter freiem Himmel und vereint sich mit den Gezeiten. Dann müsste das Vertrauen in diese garantierte Vereinigung eigentlich der Schlüssel zum Glück sein. Go with the flow, Pony! 

0 comments
16 likes
Prev post: Ich versuche, immer und immer wieder. – Gedanken zum alten JahrNext post: Meine Januar 2018 Favoriten: Weleda, Dr Bronner & bepure

Leave a Reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.