Ich versuche, immer und immer wieder. – Gedanken zum alten Jahr

Tschüss 2017 & Nicht-Wetter.

2017 ist bald vorbei. Ein weiteres Jahr neigt sich seinem Ende zu. Wie immer viel zu schnell. Ich sitze an meinem Arbeitstisch im Wohnzimmer und starre aus dem Fenster. Winterlich grau und kalt ist es draussen. Dieses typische Stadtwetter, das ich auch “Nicht-Wetter” nenne, wenn draussen einfach nichts ist, nur grau. Da ist mir Regen noch viel lieber. Ich schaue also in die Weite und frage mich, über was ich in diesem Beitrag überhaupt schreiben soll. Dass ich keine Weihnachts-Verlosungen gemacht habe? Dass ich vegane Weihnachten mit meiner Familie gefeiert habe? Dass ich mir gerade ein Vision-Board für nächstes Jahr fabriziert habe, um ein bisschen Ordnung in meine Gedanken zu bringen? Ich bin mir nicht ganz sicher. Was ich aber weiss ist, dass ich dieses alte Jahr mit ein paar persönlichen Gedanken beschliessen möchte. Weil, ich bin momentan vor allem eines: voller Gedanken.

Was soll das Ganze eigentlich?

Was ich in meinem Blog & mit meiner ganzen Person und meinem Leben versuche, ist, etwas zu bewegen auf dieser Welt. Meinen Weg mit den Menschen zu teilen, die auch Fragen haben, die auch suchen, die auch diesen inneren Drang verspüren, aktiv zu werden und nicht müssig zu zuschauen, wie wir unseren Planeten ruinieren. Gleichzeitig versuche ich so undogmatisch wie nur möglich zu sein. Ich bin gegen Extreme und nenne mich Ani-Extremistin. Ich bin der Überzeugung, dass jedes Extrem ungesund ist: des Guten, und des Schlechten sowieso. Ich habe mich also auf eine Gratwanderung begeben, zwischen Schwarz und Weiss. Zwischen Gut und Böse. Und versuche meine Faszination und meinen Glauben an alle Grauschattierungen zu teilen.

Exponiert wie ich bin, werde ich von allen Seiten kritisiert. Nicht Öko genug, zu Öko. Die Menschen fragen mich: “Ja, darfst du denn das?” Und ich sage: es ist kein dürfen, es ist ein wollen. Die Menschen haben das Gefühl, es gäbe nur ein entweder-oder. 100% gut, 100% schlecht. Und so ordnen sie auch mich & meine Ideen ein. Ich stelle mich vehement gegen diese Schubladisierungen, denn ich glaube daran dass jeder Schritt in die richtige Richtung wertvoll ist (ja ich weiss: was ist denn die richtige Richtung und wer definiert diese?) und dass Dinge lieber Schritt für Schritt und dafür langfristig und nachhaltig implementiert werden sollten, als totalitär, um dann nur vorübergehend zu bestehen.

Ein Tropf auf den heissen Stein?

Ein Tropf auf den heissen Stein? Das bringt doch alles nichts? Ich weiss es nicht. Aber was ich weiss ist, dass alles besser als Stillstand ist. Ich weiss, dass ich mich formen und bilden kann, so wie ich es möchte. Ich weiss, dass es kein Müssen gibt (ausser dem Sterben). Ich weiss, dass das, was ich IMMER kann, das Versuchen ist. Und genau deswegen versuche ich immer wieder neu. Jeden Tag. Und, das solltest du auch.

Dankbarkeit

Dankbar aber auch unruhig blicke ich auf dieses Jahr zurück. Dankbar, weil so unglaublich viel passiert ist: so viele spannende Begegnungen, neue Projekte, inspirierende Menschen, Möglichkeiten, die ich mir wohl so kaum erträumt hatte vor ein paar Jahren. Unruhig, weil 2017 aber auch ganz viele Fragen aufgeworfen hat, weil wir nach wie vor nicht nur unserem Planeten, sondern auch uns gegenseitig so viel Schmerz zufügen. Unruhig, weil ich noch so viel zu tun habe. Unruhig, weil die Unruhe die Mutter all meiner Schritte ist. Ich freue mich auf ein gemeinsames 2018 und bedanke mich für das Interesse, die Kritik und die Unterstützung. I am not done yet!

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Comments

  • Barbara Dorothea

    31/12/2017 at 0:22
    Reply

    Liebe Anina Ein toller Jahresende Blog, gefällt mir und und ist […] Read MoreLiebe Anina Ein toller Jahresende Blog, gefällt mir und und ist so stimmig. Bin für 3 Tage in die Berge / Wallis um dem Nicht-wetter in Zürich mal kurz zu entfliehen. Die Stille hier, der Schnee und morgen die Sonne - nochmals zu sinnieren was es zu verabschieden gilt und was ich von 2017 mitnehme als Grundlage für 2018. Ich lese nicht viele Blogs, sonst bin ich nur noch am lesen, dieser hat mich angelacht und zurecht. Ich geniesse Deinen insta feed und freue mich auf weiteres von Dir im Neuen Jahr. HerzGruss & guete Rutsch Read Less

    • Anina Mutter
      to Barbara Dorothea

      06/01/2018 at 1:02
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      Hallo liebe Barbara, ich danke dir ganz, ganz herzlich für deine […] Read MoreHallo liebe Barbara, ich danke dir ganz, ganz herzlich für deine lieben Worte. Ich hoffe, dass du einen wunderbare Zeit im Wallis hattest und du danach frisch und glücklich ins neue Jahr gestartet bist. Es freut und berührt mich, dass du dir Zeit für meine Zeilen nimmst und ich bin glücklich, dich zu meinen Leserinnen zählen zu dürfen. Ich wünsche dir ein fantastisches Wochenende. Alles Liebe, Anina Read Less

  • Tamara

    29/12/2017 at 6:07
    Reply

    Von wegen Versuchen-du tust! Liebe Anina Ich sitze auf Koh Samui, der […] Read MoreVon wegen Versuchen-du tust! Liebe Anina Ich sitze auf Koh Samui, der kleinen Flucht-Insel für alle, die dem Weihnachtsstress und Neujahrsgedöns entfliehen wollen und amüsiere mich ab den langen Gesichtern der Toristen. Warum? Kurz und Knapp: mit keinem Geld der Welt kann man sich zu 100% schönes Wetter kaufen (ausser man hat diese Wetter -Chemie- Bomben welche die Chinesen manchmal einsetzen, das ist mir jedoch alles ziemlich suspekt). Hier also „schüttet es wie aus Kübeln“ und ich gönn mir nen feinen Tee und deinen Blog. Ich lese fast alles von dir, du aber kriegst das nicht mit. Manchmal freu ich mich über deine Zeilen und manchmal nerven sie mich. ...und meist merke ich bei ein wenig nachdenken, dass das genau daher kommt, weil du Dinge tust die ich liebe/auch tue/in die Welt brüllen möchte oder aber, und darum geht es ja gerade, gerne mehr tun MÖCHTE und ein bisschen mehr wie du leben würde. Diese Dissonanz auszuhalten, eigentlich zu wissen wie man sich verhalten möchte, zu sehen dass es andere tun und dann aber zu realisieren, dass man selbst (aus welchen Gründen auch immer) nicht so handelt ist unangenehm und tut weh. Tja, und dann ist es eben einfacher dich als Öko Tussi, Möchtegern-Yoga Ambassadorin oder mediengeile Akrobatikartistin zu betitteln statt vor sich zuzugeben, dass man selbst gerne ein bisschen lauter wäre, dass man alles für ein bisschen mehr Mut in der Öffentlichkeit oder zuminest die Gabe, sich nur ansatzweise zu bewegen zu können wie du;) Das auszuhalten ist nicht immer einfach, das ist klar. Und da du dabei wahrscheinlich auch regelmässig persönlich angegriffen wirst, braucht das ne dicke Haut. Langsam wird der Regen hier weniger. Und ich sehen den Menschen an, dass ihnen der kleine Lichtblick gerade wieder ein Quäntchen Hoffnung gibt, sich doch noch ins Bikini stürzen zu können. Gerade hast du mich zu einem Visionboard inspiriert ( wollt ich doch schon lange machen), und das obwohl ich mir schon echt viele Gedanken zum neuen Jahr gemacht hab (einguterplan.com lässt grüssen;)) Was ich mir vornehme, und zwar wie jedes Jahr: den Menschen zu zeigen, dass ich sie höre und sehe. Und ich höre und sehe dich, liebe Anina. Und glaub mir, viele andere tun das auch. Einige schreiben dir, viele nicht, einige kritisieren dich, viele tun es im stillen. Und viele viele werden inspiriert, ein kleines Bisschen mehr Mut zu haben, sich selber zu sein und das zu leben, wozu du dich traust. Mach weiter so. Für viele bist du der kleine Sonnenschein im Nichtswetter, der Tropfen, der den heissen Stein zum explodieren bringt und die Abenteurerin, die sich auf den Weg zur Gradwanderung macht. Und wenn du im nächsten Jahr gar nichts machst, ein Visionboard zumindest und damit tausend neue Ideen zu einer besseren Welt hast du schon geschafft!:) Danke für alles und ein phänomenales 2018! Bless you! Read Less

    • Anina Mutter
      to Tamara

      30/12/2017 at 17:43
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      Liebe Tamara! Danke unendlich vielmals für deine wunderbaren Worte! Danke, dass […] Read MoreLiebe Tamara! Danke unendlich vielmals für deine wunderbaren Worte! Danke, dass ich damit ins neue Jahr starten darf. Du bist wunderbar und es ist Balsam für die Seele, von dir gehört und gesehen zu werden. Danke dafür. Danke, für dieses wohl detaillierteste und längste Feedback meiner Laufbahn. Ich wünsche dir ein fantastisches 2018 und ganz viel Kraft, Energie und Liebe zur Umsetzung deines Vision-Boards, das hoffentlich schon wunderbare Formen angenommen hat. Big hug aus cold Zurich, Anina Read Less

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