“Federnlesen” – wie ich dank eines Buches fast zur Hobby-Ornithologin werde

Federnlesen in London – über die Magie des Beobachtens

Ich sitze in einer kleinen Wohnung in London, die leicht erhöht über den anderen Häusern tront, mit Fenstern, die die Nachbarschaft überblicken. Wenn ich den Blick vom Bildschirm hebe, blicke ich direkt in die Krone eines Baumes, der momentan zwar noch kahl ist, bei dem ich mir aber gut vorstellen kann, wie schön er in voller Blatt-Pracht aussehen muss. Es wagen sich sogar ein, zwei Sonnenstrahlen durch die Wolken und während dem ich irgendwelchen Gedanken nachhänge, flattert eine Taube auf einer der oberen Aeste und äugt neugierig zu mir herüber. Ich bin verzaubert und beobachte sie. Bewundere die schönen Farben von ihrem Gefieder, ihre stattliche Figur und wie sie ihren Kopf aufmerksam von einer Seite auf die andere neigt. Und dann flattert sie auch bereits schon wieder aus meinem Blickfeld. Schmunzelnd stelle ich fest: an diesem Moment ist definitiv die liebe Johanna Romberg schuld.

Johanna Romberg? 

Ja, Johanna Romberg. Sie ist nämlich die Autorin des Buches mit dem schönen Namen “Federnlesen”, welches ich in den vergangenen Tagen zügig und genussvoll gelesen habe. Das Buch nimmt mit auf eine einjährige Reise an der Seite von der preisgekrönten Journalistin und Hobby-Ornithologin und gibt die Möglichkeit die faszinierende Welt von Rotkehlchen, Blaumeisen, Singdrosseln, Mauerseglern und anderen heimischen Vogelarten zu erkunden. Johanna erschliesst uns einen Schatz, den sie bis heute jeden Tag neu entdeckt und lässt uns die (Vogel-)Welt mit anderen Augen sehen bzw. vielleicht zum allerersten Mal überhaupt richtig wahrnehmen.

Federnlesen ist kein klassisches Biologie-Buch 

Ehrlich gesagt, war ich zuerst ein bisschen enttäuscht, als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt. Fakt ist: wo Erwartungen sind, gibt es Enttäuschungen. Und ja: ich hatte, mehr unbewusst, ein farbig illustriertes, sehr bildlastiges Vogelbuch erwartet, bei dem anhand mit Bildern versucht wird, Vögel in der freien Wildbahn zu bestimmen. Weit gefehlt! Viele Bilder hat das Buch nicht, es unterscheidet sich aber auch sonst sehr stark von einem klassischen Biologie-Wisschenschafts-Buch. Federnlesen ist anders!

Neugierig geworden lese ich ein paar erste Zeilen und hebe meinen Kopf erst viele Seiten später wieder. Nun verstehe ich auch wieso “Federnlesen” als “ein Geschenk für die Sinne” angepriesen wird. Ich sitze auf dem Balkon oder laufe durch die Strassen und spitze plötzlich meine Ohren und lausche bewusst nach Vogelgezwitscher. Suchend blicke ich über Gärten und Bäume und strahle begeistert, während dem ich eine Instagram-Story mache: “Wann war eigentlich das letzte Mal, dass du einfach nur irgendwo gesessen bist und den Vögeln gelauscht hast?”

Johanna Romberg verändert mit ihrem Buch den Blick auf die Welt. Sie macht uns aufmerksamer. Weil ja, ich habe es schon immer geliebt, am Morgen aufzuwachen und dem Vogelgezwitscher zu lauschen. Das war sogar eines der Dinge, das mir bei meinem sechsmonatigen Aufenthalt in Mexiko wirklich gefehlt hat. Aber dann, im Laufe des Tages, rutschten die Vögel meist wieder ins Unterbewusstsein, zum restlichen Lärm, der vor allem auch in der Stadt, zu einem meist eintönigen Klangteppich verschmilzt.

Als eine Art “Augmented Reality” beschreibt Johanna Romberg diese verstärkte Aufmerksamkeit auf die Vogelwelt, die tatsächlich so gut wie überall fliegt und lebt. Und mit ihren unprätentiösen, nahbaren Beobachtungen gibt sie einen einfachen Einstieg in die Welt der Ornithologie. Sie versäumt es aber auch nicht, ganz klar auf die problematischen Verhältnisse, in der sich unsere Umwelt und damit auch die Vögel befinden und wie wichtig ein Umdenken ist. Sie zeigt auf, wie Vogelarten verschwinden und sich die Ausbreitung und das Vorkommen von ganzen Arten stark verändert hat, oft leider auch zum Negativen. Diese Mischung aus Faszination, aber auch starker Anteilnahme am Weltgeschehen reissen mit. Und auch wenn ich mir vielleicht trotzdem noch kein Fernglas kaufe und selber zur Hobby-Ornithologin mutiere, so bin ich doch zutiefst dankbar, für diesen sensibilisierten Blick auf diese ungemein faszinierende und spannende Parallel-Welt, die sich Tag für Tag, neben uns, mit uns, entfaltet.

Dieses Buch ist für.. 

“Federnlesen” ist ein wunderbares Geschenk für alle die, die gerne draussen sind, oder die bereit dazu sind, ihren Horizont zu erweitern und den Blick für neue Dinge zu öffnen. Menschen, die sich für die Natur und deren Zustand interessieren und gerne mehr über die komplexen Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier und Natur lernen. Es liest sich sehr leicht und flüssig und macht Lust auf mehr. “Federnlesen” ist ein tiefsinniges, wissensreiches und inspirierendes Buch über die Liebe zur Natur – und davon was diese Liebe mit uns macht. Wer weiss, vielleicht kauf ich mir ja doch noch ein Fernglas!

Zu gewinnen! 1x “Federnlesen” nur für dich.

Neugierig geworden? Dann flieg rüber auf meinen Instagram-Kanal und mach mit im Gewinnspiel und nenn vielleicht schon bald 1 Exemplar von “Federlesen” dein eigen – “augmented reality” inklusive. Teilnahmeschluss: 13. April 2018.


Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Hashtag-Love & Federnlesen.
Alle Bilder sind von Jehona Abrashi.

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