Der BMW i3 im Test – nachhaltige Lösung und/oder Pionierarbeit?

Tschüss BMW i3 ! 

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge habe ich den BMW i3 nach Dielsdorf ins BMW Exprience Center zurückgebracht. Ich hatte die tolle Chance BMW’s elektrische Antwort auf den Klimawandel und schwindende Ressourcen für ein paar Tage zu testen. Weinend, weil mich dieses kleine, flinke Auto innert kürzester Zeit von sich und seinen Qualitäten überzeugt hat. Lachend, weil es doch ein kleiner Struggle ist, ein Auto, mitten in der Stadt, ohne eigenem Parkplatz / Garage und Lademöglichkeit zu haben. Mit einem Alltag der voll und ganz ohne Auto eingerichtet und aufgebaut ist, ist es dann doch auch eine Herausforderung, einen fahrenden Untersatz reibungslos zu integrieren. Aber, der Aufwand war es mehr als wert, denn: I am in love!

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Der BMW i3 im Test: meine ehrliche und ungeschönte Meinung

Aber eines nach dem anderen – denn, aufgrund der zahlreichen Inputs und Fragen, die mich während der Test-Phase über Social Media erreicht haben, scheinen da doch auch noch einiges an Zweifel und Hemmungen gegenüber elektrisch betriebenen Autos zu bestehen. Im Folgenden versuche ich möglichst ungeschönt und ehrlich meine Erfahrungen zu schildern. Meine Analyse ist in die Bereiche aufgeteilt, die von meiner Community am intensivsten thematisiert wurden:

Ist der BMW i3 überhaupt nachhaltig? 

Die gängigsten Aussagen, die in Anbetracht von elektronisch betriebenen Autos immer zum Besten gegeben werden, sind zum Beispiel: “Ja, aber ist die Batterie überhaupt nachhaltig?” “Strom ist ja oft auch nicht besser als Benzin!” “Die verwendeten Materialien sind nicht nachhaltig!” “Man kann das Auto nicht gut recyclieren!” “Ein Elektro-Auto ist gar nicht besser, als ein normales Auto.” “Die Herstellung verbraucht enorm viel Energie!” Etc.

Diese Fragen dürfen natürlich gestellt werden und es ist auch absolut klar, dass der BMW i3 (und Elektroautos ganz allgemein) (noch) nicht zu 100% nachhaltig sind und ihre Nachteile und Schwierigkeiten haben. An dieser Stelle möchte ich einige interessante Fakten zum Thema “Nachhaltigkeit beim BMW i3” einfliessen lassen, denn Fakt ist: BMW hat nicht einfach den Motor eines herkömmlichen BMW’s mit einer Batterie ersetzt, sondern hat mit dem BMW i3 versucht, Nachhaltigkeit in einem ganzheitlichen Ansatz in ein Auto zu integrieren:

ENTWICKLUNG
Das gesamte Fahrzeugkonzept wurde von Grund auf für die Elektromobilität entwickelt. Innovative Aerodynamik reduziert den Luftwiderstand und damit den Energieverbrauch. Nachwachsende und recycelte Materialien schonen die Umwelt und ersetzen traditionelle Materialien wie Kunststoffe.

RECYCLING
Der neue BMW i3 und BMW i3s ist zu 95 % recyclebar. Die Batteriemodule können zum Beispiel als Speicher für Solarenergie wiederverwendet werden. Der Carbonfaserverschnitt wird in Teilen wieder dem Produktionsprozess zugeführt.

PRODUKTION
Die Carbonfasern werden zu 100% mit Wasserkraft hergestellt. In Leipzig werden die neuen BMW i3 und BMW i3s zu 100% mit Windkraft gefertigt. Im Vergleich mit dem niedrigen Verbrauch anderer BMW Modelle wird der Energiebedarf für die Produktion nochmals halbiert.

NUTZUNG
Beim Fahren werden keine Emissionen ausgestoßen. Das verringert die Luftbelastung in Städten. Im neuen BMW i3 und BMW i3s fährt man nahezu geräusch- und geruchlos. Wenn man „grünen Strom” tankt oder den Strom mit Solarzellen selbst erzeugt, ist man konsequent emissionsfrei unterwegs. Der ECO PRO Modus erhöht die Reichweite und verringert den Stromverbrauch.

Ist der BMW i3 also nachhaltig?

Ich bin selber keine Technologie-Expertin und ich muss mich daran orientieren, was mir gesagt wird & was ich anhand von Recherche herausfinde & verstehe. Es mag also sein, dass die Öko-Bilanz unter dem Strich vielleicht tatsächlich nicht so perfekt ist, wie man sie uns verkauft oder wie wir uns das wünschen würden. Aber, das ist bei Weitem keine Entschuldigung, deswegen unbekümmert mit dem Alten, ganz klar Schlechten, weiter zu machen. Denn, einen Wandel braucht es. Das ist klar!

Wenn mir ein Auto, wie der BMW i3 die Möglichkeit gibt, an vorderster Front diese Veränderungen einzuläuten, dann sehe ich vor allem eines: einen Schritt in die richtige Richtung – eine Möglichkeit mit Hilfe von Elektromobilität einen potentiellen Paradigmenwechsel in der Autoindustrie zu erwirken. Denn, das Bedürfnis der Mobilität ist in unserer Gesellschaft tief verankert, wir brauchen Lösungen, die uns von A nach B bringen. Wenn also etwas vor dem Wandel steht / stehen sollte, dann ist das der Individual-Verkehr und die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen. Die Frage ist nun, wie und wo positionieren wir uns in dieser Thematik?

Wenn mir ein Auto, wie der BMW i3 die Möglichkeit gibt, an vorderster Front diese Veränderungen einzuläuten, dann sehe ich vor allem eines: einen Schritt in die richtige Richtung – eine Möglichkeit mit Hilfe von Elektromobilität einen potentiellen Paradigmenwechsel in der Autoindustrie zu erwirken. 

2 Ist das nicht mega kompliziert mit dem Laden?

Das Thema der Lade-Infrastruktur war zu Beginn der Testphase auf jeden Fall auch ein grosses Fragezeichen für mich. Grösste Frage: wie und wo kann ich das Auto laden? Dann kam noch hinzu, dass ich mitten in der Stadt wohne, ohne Parkplatz oder Garage und mit einer hart umkämpften blauen Zone ums Haus.

Dass das Laden an sich total einfach ist habe ich bereits beim ersten Mal “Tanken” gemerkt. Mit Hilfe der ChargeMap konnte ich leicht feststellen, wo es an den jeweiligen Destinationen Lademöglichkeiten gibt und fand es auch voll okay, meine Ausflüge ein bisschen strategischer zu planen und mich mit Distanz-Abschätzungen strategischer auf eine Reise vorzubereiten. Wenn also eine Ladestation vorhanden ist, diese gut funktioniert und nicht besetzt ist, dann ist der komplette Ladevorgang absolut unkompliziert und angenehm. Klar dauert es je nach Ladestation ev. sogar mehrere Stunden, bis die Batterie wieder ihre volle Reichweite erreicht, aber das sind “Probleme” die einkalkuliert werden können.

 Wenn also eine Ladestation vorhanden ist, diese gut funktioniert und nicht besetzt ist, dann ist der komplette Ladevorgang absolut unkompliziert und angenehm. Klar dauert es je nach Ladestation ev. sogar mehrere Stunden, bis die Batterie wieder ihre volle Reichweite erreicht, aber das sind “Probleme” die einkalkuliert werden können.

Was hingegen schwierig war und wo ich wegen meiner Wohnsituation auf Unannehmlichkeiten gestossen bin, war dass ich keinen eigenen Parkplatz / Garage besitze, wo ich das Auto über Nacht hätte laden können. So musste ich an verschiedenen Ladestationen auf freie Plätze hoffen und das Auto jeweils ziemlich weit weg vom Haus stehen lassen, was nicht allzu komfortabel war. Zudem ist es natürlich super stressig oder auch kostspielig, ein Auto nur mit Hilfe von blauen Zonen / öffentlichen Parkplätzen, über ganze Tage zu parkieren.

Wenn aber die Möglichkeit besteht, zu Hause (z.B. über Nacht) zu laden, dann sehe ich keinen Grund, wieso man kein Elektro-Auto haben sollte. Der Ladevorgang ist absolut unkompliziert und angenehm durchzuführen. Das Ladenetz in der Schweiz hat sicher noch Potential, ist aber doch auch schon auf einem Stand, mit dem man okay überleben kann. Gerade Hotels oder Einkaufscenter bieten vielerorts Ladestationen an.

3 Schränkt die begrenzte Reichweite nicht enorm ein? 

Ein anderes grosses Thema ist natürlich die eingeschränkte Reichweite des BMW i3 und elektrischer Autos ganz allgemein. Mit rund 180km fährt es sich nicht mal so schnell, schnell ins Ausland bzw. muss natürlich je nach Arbeitsweg / Nutzung, durchaus ein bisschen kalkuliert werden. Gerade für uns Schweizer, die oft nicht extrem weite Strecken zurücklegen, sind die 180km Reichweite absolut kein Problem. Und wenn am Zielort geladen werden kann – dann ist die Einschränkung durch die Reichweite tatsächlich minimal. Also: Einschränkung ja, aber mit ein bisschen Planung und Strategie sehr gut einkalkulierbar.

4 Aussagen wie: “Mir gefällt das Auto nicht” oder “Ich habe noch nie einen BMW i3 gefahren”

Ein oft gehörter Kommentar: “Ich finde das Auto überhaupt nicht sexy!” Sexy vielleicht nicht, aber absolut sportlich und flink ist es auf jeden Fall. Zudem, hat man den BMW i3 einmal gefahren, machen einen das extrem angenehme und intuitive Handling und das fantastische Fahrgefühl automatisch zu einem Fan. Ich selber habe keine allzu grosse Fahrroutine, da ich kein eigenes Auto besitze und habe mich trotzdem von Anfang an extrem wohl gefühlt. Das Fahrgefühl ist unbezahlbar – die stufenlose Beschleunigung an einer Ampel inklusive Afrobeat aus dem Soundsystem: unschlagbar. Autobahn, Überholmanöver, Parkieren – alles mit Links und vor allem mit Spass. Ja, ich hab mich verliebt!
Ich sag nur: Einsteigen und selber testen!

5 Ist der BMW i3 nicht mega teuer? Gibt es überhaupt schon Occasion-Varianten?

Klar, der BMW i3 ist mit einem Preis ab circa 39’000 CHF sicher nicht das billigste Auto. Wenn man aber hochrechnet, wie viel sich zum Beispiel nur schon durch das Einsparen des Benzins sparen lässt, ist der Preis bereits wieder um einiges interessanter. Zudem finden sich auch immer mehr Occasion-Varianten auf dem Markt, die ein Elektro-Auto auch für kleinere Budgets erschwinglicher machen. Nicht zuletzt ist die Entscheidung für einen BMW i3 auch ein Statement und eine Investition in die Zukunft unseres Planeten. Wenn nicht aus ökologischer Hinsicht, dann aber sicher aus Pionier-Hinsicht.

Übrigens bietet BMW ein erstaunlich gutes Leasing-Angebot für den BMW i3 (und das sag ich nicht einfach so)! Man kann den BMW i3 oder BMW i3s für 6 Monate Probe fahren, ihn auf Herz und Nieren testen und dann frei entscheiden, ob man ihn behalten möchte oder nicht. Der Clue dieses Experience Lease: falls du das Auto zurückgeben möchtest, erhältst du Erstattung der Anzahlung, anteilsmässig zur Vertragslaufzeit. Also: futuristische Mobilität so gut wie ohne Risiko auschecken.

Fazit & wieso ich Pro-BMW i3 bin!

Das Thema “Elektro-Auto” kann unendlich hin- und her diskutiert werden. Es kann zu diesem Zeitpunkt heute aber ziemlich sicher gesagt werden, dass ein BMW i3 die ökologischere Variante zu einem herkömmlichen Auto ist und seine Ökobilanz unter dem Strich besser ist. Übrig bleibt dann noch die Frage, wie viel besser diese Bilanz ist. Schlussendlich ist aber vor allem auch die Diskussion zu diesem Thema das extrem wichtig und wir müssen unsere Vorstellung von Mobilität insgesamt überdenken. Wir müssen uns damit beschäftigen, wie wir uns in Zukunft fortbewegen. Bis dahin ist ein Elektro-Auto aber auf jeden Fall eine sehr gute Option, um als Pionier teil einer Bewegung zu sein und letztendlich teil eines Umschwungs, in eine hoffentlich nachhaltigere Zukunft.

 Wir müssen unsere Vorstellung von Mobilität an sich überdenken. Wir müssen uns damit beschäftigen, wie wir uns in Zukunft fortbewegen sollen; bis dahin ist ein Elektro-Auto aber auf jeden Fall eine sehr gute Option als Pionier teil einer Bewegung sein. Und letztendlich teil eines Umschwungs, in eine hoffentlich nachhaltigere Zukunft.

Mach es selbst! Lesen ist gut, aber selber ausprobieren ist besser!

Das Testen des BMW i3 war von unschätzbarem Wert für mich. Bevor ich wirklich mit der Idee “Elektro-Auto” in Berührung gekommen bin, sprich, es selber gefahren und erfahren habe, konnte ich mir nicht vorstellen, wie es sein könnte ein solches Auto zu haben. Und das Krasse ist – das Fahrerlebnis ist tatsächlich total anders im Vergleich  zu einem normalen Auto. Bevor du dich also dazu entscheidest, vorerst einmal beim Bekannten / beim Althergebrachten zu bleiben – hüpf doch bei einer Probefahrt einfach einmal selbst in einen BMW i3 und lass mich wissen, was du davon hältst. Und das mein ich ernst! Hier gehst du testen und hier schreibst du mir eine Mail mit deinen Erkenntnissen. Viel Spass!

Dieser Post entstand in Kooperation mit BMW. Die Infos und Meinungen in diesem Text sind meine persönlichen Gedanken und sind in keiner Weise von der Kooperation beeinflusst. Für einen technischeren Einblick zum Thema hat Hans Fischer vom Technik-Blog den BMW i3 ebenfalls getestet – während dem Rita Angelone das Auto bezüglich Familientauglichkeit unter die Lupe genommen hat.
Alle Bilder sind von Jehona Abrashi.

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