Das Eco. Festival 2017 in Basel

Ein Reise nach Basel
Eigentlich gibt es viele gute Gründe dafür, meiner Heimatstadt Basel immer mal wieder einen Besuch abzustatten. Trotz allem schaffe ich es tendenziell eher selten, tatsächlich in den Zug in Richtung Rheinstadt zu steigen. Dem Ruf des Eco. Festivals konnte ich mich aber nicht widersetzen und machte mich an einem sonnigen Samstag auf den Weg. Mit im Gepäck vor allem viel Neugier, aber auch Vorfreude auf ein hoffentlich spannendes Programm.

Das Eco. Festival
Das Schweizer Fest der Nachhaltigkeit fand dieses Jahr zum 3. Mal auf dem Barfüsser- und auf dem Theaterplatz statt. Das Ziel war, verschiedene Akteure und Organisationen mit den Festivalbesucherinnen zu verbinden und mit Hilfe spannender Informationen und einem attraktiven Programm das Thema der Nachhaltigkeit von den verschiedensten Seiten zu beleuchten. Nachhaltigkeit und ein grüner Lifestyle sollten als Erlebnis für Gross und Klein inszeniert werden und mit dem Klischee der Nachhaltigkeit als trockene “Vollkorn-Materie” ein für alle Mal aufgeräumt werden. Im Angebot waren unter anderem ein Food Saver Jam, Konzerte, eine DIY-Werkstatt, eine Ausstellung zum Thema Wasser und eine Stadtrundgang mit dem Thema “konsumGLOBAL”. Meine Mission: herausfinden, ob ich in Basel in eine saftige Erdbeere oder trotz allem doch auf ein trockenes Knäckebrot beisse.


Entdecken
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Nach einem gemütlichen Spaziergang vom Bahnhof in Richtung Theater erblicke ich die ersten Stände. Klein und überschaubar sieht das Ganze aus und ich steuere direkt auf den ersten Stand zu. Überall aufmerksame Gesichter, die darauf warten, ihre Projekte zu erläutern und neugierige Fragen zu beantworten. Was mir sofort ins Auge fällt ist der Stand zur nachhaltigen Baukultur. Null Energie Holzhäuser oder auch begrünte Fassaden faszinieren mich und in meinen Traumvorstellungen, sind irgendwann all unsere Gebäude mit pflanzlichen Mitbewohnern ausgestattet. Bei einem spannenden Gespräch mit Thinkpact Zukunft, lerne ich mehr über die Potenz kollaborativer Wirtschaft. Sie fungieren als Denklabor, welches die vielfältigen Möglichkeiten des neuen, kollaborativen Wirtschaftens aufzeigt. I like! An ihrem Stand entdecke ich auch das Buch “Und jetzt retten wir die Welt”, das sich ab sofort auf meiner Leseliste befindet.

Ich kreuze den Stadtrundgang, der von einer sympathischen jungen Dame angeführt wird und obwohl die paar Satzfetzen, die ich aufschnappe spannend tönen, entscheide ich mich auf eigene Faust zum Barfi zu flanieren. Publikums- und vor allem Kindermagnet Nummer 1, die Ziegen, Hühner und ein dösendes Schwein vom Erlebnishof Hatti, die gestreichelt und beobachtet werden dürfen. Auch ich muss kurz innehalten und zuschauen!

Und so arbeite ich mich über den ganzen Platz, begleitet von Begriffen wie Eco Schools, World Resources Forum, Sustainable Recycling Industries, smartflower, Car Sharing, Viva con Agua, etc. Hier ein Gespräch, dort ein Lächeln. Unfassbar lang ist die Schlange der Leute, die sich beim Foodsharing Stand anstellen, um eine Schale gratis Salat zu erhaschen. Immer wieder hört man die Fragen: “Darf ich das einfach so nehmen?” und “Ist das wirklich gratis?” Ja, es ist in der Tat unfassbar: so viele, noch mehr als geniessbare Lebensmittel, die sonst eigentlich im Müll landen, verwertet zu einem tollen Essen. Essensretter von Foodsharing Schweiz und Slow Food Youth machen hier gemeinsame Sache und zeigen auf, dass heutzutage viel zu viele Lebensmittel auf dem Weg vom Acker zum Teller auf der Strecke bleiben. Ich verzichte auf die Mahlzeit, weil mir die Warteschlange dann doch ein bisschen zu lange ist. Fasziniert von der Schönheit der smartflower verweile ich noch einen Moment bei dieser spannenden Innovation: ein einzigartiges, all-in-one Solarsystem, mit integrierter Stromtankstelle. Mein Kopf ist voll mit Impressionen. Schwierig alle diese Projekte und Informationen zu fassen, deswegen mache ich mich nun mit einem beträchtlichen Flyer-Stapel auf zurück nach Zürich, damit ich alles noch einmal in Ruhe studieren kann. Die Reise hat sich gelohnt. Ich habe viel Neues gesehen und gehört und was das Schönste ist: ich nehme ein Gefühl der Zuversicht mit und das Wissen, dass da draussen diverse Menschen sind, denen es nicht egal ist, wie es unserem Planeten geht und wie die Erde für unsere Kinder einmal aussehen wird.

Die Entdeckungsreise hat erst gerade angefangen! Und übrigens, bald schon zieht es mich wieder nach Basel: vom 9. bis 11. Juni finden die Umwelttage Basel statt und glaubt man der Broschüre, wartet auch hier eine geballte Ladung an Inspiration und nachhaltiger Zuversicht. Yay!

ps. Ich hab definitiv in eine saftige Erdbeere und nicht auf ein trockenes Knäckebrot gebissen!

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